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univiva Redaktion
5 min Lesezeit

Steuerberatung für Ärzte: Das Wichtigste im Überblick

Das Thema Steuern betrifft uns alle und stellt zugleich für die Meisten ein rotes Tuch dar. Die genauere Auseinandersetzung mit dem Thema Steuerrecht bringt jedoch einige Vorteile mit sich, die sich am Ende wortwörtlich auszahlen. Dieser Artikel über das ärztliche Steuerrecht soll Ihnen dabei helfen, ein Grundverständnis für die Thematik zu entwickeln und das Thema Steuern greifbarer zu gestalten.

Wann brauchen Ärzte eine Steuerberatung?

Auch wenn sich Ärzte in erster Linie wahrscheinlich nicht als Unternehmer sehen, sind sie das im Sinne des Steuerrechts. Häufige Änderungen machen es zu einer Herausforderung, den Überblick über die aktuellen Regelungen zu behalten. Aufgrund der recht komplexen Abrechnung mit den Krankenkassen und den Besonderheiten, die die Branche mit sich bringt,ist es ratsam, auf einen spezialisierten Steuerberater zurückzugreifen, um hier auf der sicheren Seite zu sein. Unabhängig davon, ob Sie eine Praxisneugründung oder eine Praxisübernahme planen, bestehen spezielle Anforderungen bei Ihrer Steuerberatung.

Steuerberatung bei einer Praxisneugründung

Viele Heilberufler reizt der Schritt in die Selbstständigkeit. Eine Praxisneugründung ist vielschichtig und bestimmt langfristig den Werdegang des Arztes. Sobald diese richtungsweisende Entscheidung getroffen ist, wird es notwendig, sich umfassend mit steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Regelungen vertraut zu machen. Spezialisierte Steuerberater erweisen sich häufig als sinnvolle Entlastung. Einige Entscheidungen, die im Laufe des Prozesses getroffen werden, können sich auf Ihre Steuern auswirken. Dazu zählen:

Die richtige Praxis-Rechtsform

Häufig betreiben deutsche Ärzte ihre Praxis als Freiberufler (Einzelunternehmen) oder bei Gemeinschaftspraxen als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (Gbr). Es lohnt sich jedoch, das auch einmal zu hinterfragen. Wenn Sie sich entgegen der Norm für eine Kapitalgesellschaft, zum Beispiel eine GmbH, entscheiden kann dies einige steuerliche Vorteile mit sich bringen. Diese Rechtsform ermöglicht Schenkungen in Höhe des Freibetrags. Dadurch kann das Gesellschaftsvermögen noch zu Lebzeiten übertragen werden. Auf diese Weise kann später die Erbschaftssteuer entfallen.

Ein weiterer Steuervorteil bietet sich, wenn Sie Teil einer Familiengesellschaft, also Kapitalgesellschaft mit mehreren Gesellschaftern sind. Dies eröffnet Ihnen die Möglichkeit, Einnahmen dem Gesellschafter mit dem niedrigsten Steuersatz zuzuordnen.

Die Art der Gewinnermittlung

Bei der Entscheidung, ob Sie eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) oder eine Bilanzierung zur Gewinnermittlung verwenden, empfehlen wir Ihnen, sich Zeit zu nehmen und gut zu informieren, da die Umstellung zwar möglich ist, jedoch mit einigen Komplikationen verbunden sein kann. Die meisten Ärzte bevorzugen eine einfache Einnahmenüberschussrechnung. Hierbei werden lediglich alle Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, um den Gewinn zu ermitteln. Vorteil der EÜR ist, dass keine doppelte Buchführung notwendig ist. Ebenso ist weder die jährliche Inventur noch ein Kassenbuch erforderlich.

Die Bilanzierung bietet Ärzten mehr Auswahlmöglichkeiten bei der Bewertung ihres Vermögens. Das bedeutet, dass nicht nur die Zahlungsströme, sondern auch die Vermögenswerte berücksichtigt werden. Dadurch eröffnet sich Ihnen die Möglichkeit, betriebliche Rückstellungen zu bilden. Dazu zählt die betriebliche Altersvorsorge, die Sie sich anrechnen lassen können. Ebenso können Sie sich Investitionen bis zu drei Jahre im Voraus abschreiben lassen. Für welche Gewinnermittlungsvariante Sie sich entscheiden, liegt in Ihren Händen. Beide Möglichkeiten bieten Vor- und Nachteile. Allein der nachträgliche Wechsel zwischen den Formen bringt Hürden mit sich.

Steuerberatung bei Praxisübernahme

Die Alternative zur Gründung einer eigenen Praxis ist die Praxisübernahme. Grundsätzlich gilt es hier dieselben Themen wie auch bei der Neugründung zu beachten - mit einigen Besonderheiten, da der Kauf einer ärztlichen Praxis in vielen Bereichen einem Unternehmenskauf in anderen Branchen ähnelt. Vor Abwicklung des Kaufvertrags sind insbesondere folgende zwei steuerliche Fragen von Bedeutung:

  1. Wie wird der Praxisgewinn nach dem Kauf besteuert? Welche finanzielle Belastung entsteht durch das Finanzamt?
  2. Kann ich die zukünftige steuerliche Belastung durch eine Abschreibung des gezahlten Kaufpreises reduzieren? Wird sich diese Abschreibung auf meine zukünftigen Steuern auswirken?

Die Besteuerung des Praxisgewinns hängt von der Rechtsform der zu erwerbenden Praxis ab. Dabei wird unterschieden, ob der Kauf einer Einzelpraxis erfolgt oder ein Anteil an einer Praxis, die sich für die Rechtsform einer GmbH entschieden hat, erworben werden soll. Diese Abgrenzung der Rechtsformen ist bezüglich der freien Liquidität zur Tilgung eines zum Kauf der Praxis aufgenommenen Darlehens relevant. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, lohnt sich die Beratung durch einen spezialisierten Steuerberater. Allgemein lässt sich sagen, dass beim Wechsel aus der Tätigkeit als angestellter Arzt in die Selbstständigkeit von Anfang an den steuerlichen Fragen besonderes Augenmerk geschenkt werden sollte. Sonst kann es passieren, dass nach Abgabe der ersten Einkommenssteuererklärung hohe Steuernachzahlungen auf Sie zukommen, die langfristig quartalsweise Vorauszahlungen mit sich ziehen.

Praxisoptimierung durch Steuerberatung

Die steuerliche Praxisoptimierung ist aus zwei Gründen erstrebenswert: finanzielle Optimierung und eine Verbesserung des täglichen Tätigkeitsumfeldes. Als Basis dafür dient eine Ermittlung des aktuellen Stands der Praxis mittels steuerlicher und betriebswirtschaftlicher Analysen. Dies ist nicht nur aus steuerrechtlicher Sicht sinnvoll, sondern auch für einen genauen Umsatz- und Kostenvergleich und ein besseres Praxiscontrolling. Dafür werden die Praxiszahlen der laufenden Buchhaltung benötigt. Die Optimierung kann sich auf Ihre Finanzbuchhaltung, Gehaltsabrechnung, Planung Ihres privaten Vermögensaufbaus und weitere Bereiche positiv auswirken.

Folgende Fragen können Ihnen helfen, Kosten einzusparen:

  • Unterscheiden Sie zwischen steuerbefreiten Heilbehandlungen und steuerpflichtigen Leistungen, um der „Umsatzsteuerfalle“ zu entgehen?
  • Setzten Sie Werbekosten richtig ab?
  • Welche Berufskleidung können Sie absetzten?
  • Berücksichtigen Sie Reisen, Fortbildungen, Kongresse und Seminare?
  • Welche Sonderausgaben sind für Sie relevant?
  • Können Sie Werbungskosten, wie zum Beispiel Fachliteratur, Beiträge für Berufsverbände o.ä. absetzen?

Diese Liste bringt Sie in die richtige Richtung und hilft Ihnen beim Einsparen von Kosten. Um das volle Potential auszuschöpfen, empfehlen wir Ihnen eine umfangreiche Beratung durch einen spezialisierten Steuerberater

Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Die genauen Kosten hängen vom Steuerberater und den Leistungen ab, die dieser erbringen soll. Kein Steuerberater darf einen beliebigen Stundensatz erheben. Die Grundlagen zur Honorarberechnung sind in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) nachzulesen. Diese Vergütungsverordnung ist wie eine Tabelle zu lesen und gibt Aufschluss über die Gebühren von einzelnen Leistungen. Der gesetzliche Rahmen bietet jedoch seit Juni 2016 gewissen Spielraum. Daher empfiehlt es sich vor der Entscheidung für einen Steuerberater, unterschiedliche Angebote einzuholen. Grundlegend gilt: Je mehr Aufgaben Sie in die Hände Ihres Steuerberaters legen, desto höher fallen die Kosten aus.

Ebenfalls werden die Kosten von der jeweiligen Gesellschaftsform beeinflusst. Das Finanzamt fordert von Einzelunternehmern nur eine Gewinnkostenrechnung, eine Umsatzsteuererklärung und eine Einkommenssteuererklärung zum Jahresabschluss. Andere Rechtsformen müssen zusätzlich eine Gewinn- und Verlustrechnung und eine Bilanz vorweisen. Selbst wenn die Aufgabe der Buchhaltung in die Hände eines Steuerberaters abgegeben wird, muss die Vorbereitungsarbeit in der Praxis beachtet werden, wie zum Beispiel täglich Rechnungen schreiben, Belege sammeln und wöchentliche Aufgaben, wie die vorbereitende Buchhaltung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Berechnung der Kosten für eine Steuerberatung komplex ist und von vielen Faktoren wie Umsätzen, Bilanzsumme und Aufgaben, die Sie selbst erledigen können und wollen, beeinflusst wird.

Der richtige Steuerberater

Um den richtigen Steuerberater zu finden, stehen Ihnen viele Türen offen. Sie können Kollegen nach ihren Erfahrungen fragen, selbst im Internet recherchieren oder auf eine professionelle Beratung zurückgreifen. Auf dem deutschen Markt gibt es eine Vielzahl von Experten und Beratern, die Sie bezüglich Ihrer Steuern unterstützen können. Wir unterstützen Sie gerne bei der Auswahl des richtigen Steuerberaters – abgestimmt auf Ihre individuellen Anforderungen.

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