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Prof. Dr. Johannes Georg Bischoff
5 min Lesezeit

Praxisübernahme: Geschönten Praxiszahlen auf die Spur kommen!

Wenn Sie eine Praxis übernehmen wollen, möchten Sie anhand der Unterlagen des Abgebers beurteilen können, wie gut die Praxis wirtschaftlich dasteht. Denn Sie wollen einschätzen können, ob der aufgerufene Kaufpreis angemessen ist. Sie möchten in etwa den Finanzierungsumfang kalkulieren können und Sie wollen wissen, mit welchen Einnahmen und Ausgaben Sie künftig zu rechnen haben?

Zur Beantwortung dieser Fragen erhalten Sie vom Steuerberater des Abgebers üblicherweise die Einnahmen-Überschuss-Rechnungen und die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertungen) der letzten drei Jahre. Diese Zahlen sind glaubwürdig, da sie von einem Fachmann erstellt und Grundlage der Steuererklärungen des Abgebers sind. Aber wussten Sie, dass diese Zahlen trotzdem nur begrenzt aussagefähig sind?

Vielleicht haben Sie im Rahmen ihrer angestellten Tätigkeit schon einmal gesehen, dass Praxisinhaber zum Jahresende Patientenrechnungen so schreiben, dass die Zahlungen erst im neuen Jahr auf dem Praxiskonto eingehen. Damit werden Einnahmen in das nächste Jahr geschoben und der Gewinn im laufenden Jahr fällt niedriger aus und damit auch die Steuerlast. Keine Sorge, das ist völlig legal.

Zur Info: Die meisten niedergelassenen Zahnärzte ermitteln Ihren steuerlichen Gewinn mittels dieser sogenannten Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Das heißt, der Steuerberater erfasst nur Geldeingänge auf dem Praxiskonto oder die Bareinnahmen in der Kasse als Einnahmen. Spiegelbildlich werden Geldabgänge, wie z. B. Gehälter, Fremdlaborkosten, Miete etc. als Praxisausgaben erfasst. Diesen Zu- und Abfluss kann der Praxisinhaber steuern.

Grafik-Entwicklung-der-Praxiseinnahmen

Umgekehrt wird allerdings auch ein Schuh draus. Um die Ertragslage der Praxis gut dastehen zu lassen, kann ein Abgeber seine Einnahmen vorziehen und Ausgaben in das neue Jahr schieben. Damit kann er über einen begrenzten Zeitraum positive Entwicklungen darstellen, die gar nicht existieren. Das Ergebnis: Sie als Gründer zahlen einen zu hohen Kaufpreis! Das mag nicht fair erscheinen, ist aber durchaus legal.

Wie kommen Sie einer solchen Taktik auf die Spur? Wenn Sie sich neben der BWA auch die abgerechneten Leistungen aus der Praxissoftware vorlegen lassen, sehen Sie schnell klar. Am besten fordern Sie eine quartalsweise Gegenüberstellung abgerechneter Leistungen und Praxiseinnahmen an. Damit erkennen Sie auf den ersten Blick Tricksereien dieser Art – ein einfacher Stresstest, der bei jeder Übernahme gemacht werden sollte. Bei den Kosten gibt ein Mehrjahresvergleich der Kostenstruktur und ein Vergleich mit validen Durchschnittswerten Hinweise auf eine Schönung der Zahlen durch Verschieben des Zahlungsverkehrs.

Grafik-Kostenvergleich-mit-Durchschnittspraxis

Erfahrungsgemäß agieren die meisten Praxisabgeber so nicht. Aber wer an den Falschen gerät, hat ohne eine Gegenüberstellung von Praxiseinnahmen und abgerechneten Leistungen sowie einer Kostenanalyse das Nachsehen.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet.

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