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Steuerberatung

Praxissteuerung: Gewinne immer konsumiert und nie investiert?

Prof. Dr. Johannes Georg Bischoff
4 min Lesezeit Nov. 2021
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Geld-Investition-Glas-Pflanze

Seit 1995 ist Dr. Dent am Rande einer Großstadt niedergelassen. Relativ schnell konnte er seine Drei-Stuhl-Praxis etablieren. Praxiseinnahmen und Gewinn liegen im Durchschnitt einer westdeutschen Einzelpraxis. Er ist stolz, dass er inzwischen alle Kredite getilgt hat – auch die für sein Einfamilienhaus. Sein Vermögen darüber hinaus zu vermehren, ist ihm nicht gelungen. Sein Girokonto bewegt sich regelmäßig um die Nulllinie; für etwaige Steuernachzahlungen legt er Geld zurück. Was die Praxis erwirtschaftet, gibt er privat aus.

Grafik zur privaten GeldverwendungDen Gewinn mindern mangels größerer Investitionen kaum noch Abschreibungen. Bei der Gründung hat er die Praxis mit drei M1-Behandlungseinheiten ausgestattet, die trotz guter Pflege immer reparaturanfälliger werden. Er müsste sie jetzt ersetzen und am besten auch in ein neues 2D-Röntgengerät investieren – Kostenpunkt: mindestens 120 T€.

Investition kürzt den Lebensunterhalt um fast 30%

Behandlungseinheiten erst zu ersetzen, wenn die Notwendigkeit besteht, ist wirtschaftlich sicher sinnvoll. Es wäre aber nicht verkehrt gewesen, früher für den Ersatz der Einheiten und das Röntgengerät vorzusorgen. Ohne Rücklagen muss Dr. Dent die Investitionen voll finanzieren oder die Geräte leasen. Was für einen 45-jährigen kein Problem ist, stellt ihn vor große Herausforderungen: Aufgrund seines Alters drängt die Bank auf eine fünfjährige Kreditlaufzeit – jährliche Belastung für Zins und Tilgung: 27 T€. Dadurch blieben ihm 30 % weniger zum Leben. 

Grafiken zur Kürzung des Lebensunterhalts

Vielfach löst eine solche Prognose eine trotzige Reaktion aus: „Dann verkaufe ich eben.“ Doch das wäre eine noch schlechtere Lösung. Dr. Dent müsste zwar nicht mehr investieren, der Verkaufspreis hielte sich aber in Grenzen, und die Mittel, die er privat zur Verfügung hätte, lägen deutlich unter seinen Gewinnen. Von den Bezügen aus dem Versorgungswerk und dem Gewinn aus einem Praxisverkauf kann er seinen Lebensstandard später kaum aufrechterhalten: Auf die Versorgungsbezüge von 4.150 €/Monat, mit denen er ab 2031 wohl rechnen kann, fallen Steuern an und davon muss er sich auch krankenversichern.

Dr. Dent erkennt: Der Traum von der Praxisabgabe mit 63 ist für ihn ausgeträumt und er muss ab sofort mehr fürs Alter tun. Er sucht nach Einsparpotenzialen und Möglichkeiten, seine Einnahmen zu steigern (z.B. bietet er jetzt mitunter auch samstags und abends Behandlungstermine an).

Jüngeren Kolleginnen und Kollegen rät er: „Wenn die erste Praxisfinanzierung mit 40 abbezahlt ist, legen Sie monatlich Geld zurück für später!“

Prof. Dr. Johannes Georg Bischoff

Prof. Dr. Bischoff & Partner

Prof. Dr. Johannes G. Bischoff ist Steuerberater und geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter von Prof. Dr. Bischoff und Partner AG®, Steuerberatungsgesellschaft für Zahnärzte in Köln, Chemnitz und Berlin. Das Unternehmen betreut bundesweit mehr als 1.000 Zahnärzte in steuerlichen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen. Prof. Bischoff lehrt Controlling an der Bergischen Universität Wuppertal und hat mit Studierenden das Steuerungsinstrument PraxisNavigation® entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Bericht, der komplexe Fragestellungen der Praxis anhand leicht verständlicher Grafiken abbildet - eine zuverlässige Grundlage für unternehmerische Entscheidungen.

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Seit 1995 ist Dr. Dent am Rande einer Großstadt niedergelassen. Relativ schnell konnte er seine Drei-Stuhl-Praxis etablieren. Praxiseinnahmen und Gewinn liegen im Durchschnitt einer westdeutschen Einzelpraxis. Er ist stolz, dass er inzwischen alle Kredite getilgt hat – auch die für sein Einfamilienhaus. Sein Vermögen darüber hinaus zu vermehren, ist ihm nicht gelungen. Sein Girokonto bewegt sich regelmäßig um die Nulllinie; für etwaige Steuernachzahlungen legt er Geld zurück. Was die Praxis erwirtschaftet, gibt er privat aus.

Grafik zur privaten GeldverwendungDen Gewinn mindern mangels größerer Investitionen kaum noch Abschreibungen. Bei der Gründung hat er die Praxis mit drei M1-Behandlungseinheiten ausgestattet, die trotz guter Pflege immer reparaturanfälliger werden. Er müsste sie jetzt ersetzen und am besten auch in ein neues 2D-Röntgengerät investieren – Kostenpunkt: mindestens 120 T€.

Investition kürzt den Lebensunterhalt um fast 30%

Behandlungseinheiten erst zu ersetzen, wenn die Notwendigkeit besteht, ist wirtschaftlich sicher sinnvoll. Es wäre aber nicht verkehrt gewesen, früher für den Ersatz der Einheiten und das Röntgengerät vorzusorgen. Ohne Rücklagen muss Dr. Dent die Investitionen voll finanzieren oder die Geräte leasen. Was für einen 45-jährigen kein Problem ist, stellt ihn vor große Herausforderungen: Aufgrund seines Alters drängt die Bank auf eine fünfjährige Kreditlaufzeit – jährliche Belastung für Zins und Tilgung: 27 T€. Dadurch blieben ihm 30 % weniger zum Leben. 

Grafiken zur Kürzung des Lebensunterhalts

Vielfach löst eine solche Prognose eine trotzige Reaktion aus: „Dann verkaufe ich eben.“ Doch das wäre eine noch schlechtere Lösung. Dr. Dent müsste zwar nicht mehr investieren, der Verkaufspreis hielte sich aber in Grenzen, und die Mittel, die er privat zur Verfügung hätte, lägen deutlich unter seinen Gewinnen. Von den Bezügen aus dem Versorgungswerk und dem Gewinn aus einem Praxisverkauf kann er seinen Lebensstandard später kaum aufrechterhalten: Auf die Versorgungsbezüge von 4.150 €/Monat, mit denen er ab 2031 wohl rechnen kann, fallen Steuern an und davon muss er sich auch krankenversichern.

Dr. Dent erkennt: Der Traum von der Praxisabgabe mit 63 ist für ihn ausgeträumt und er muss ab sofort mehr fürs Alter tun. Er sucht nach Einsparpotenzialen und Möglichkeiten, seine Einnahmen zu steigern (z.B. bietet er jetzt mitunter auch samstags und abends Behandlungstermine an).

Jüngeren Kolleginnen und Kollegen rät er: „Wenn die erste Praxisfinanzierung mit 40 abbezahlt ist, legen Sie monatlich Geld zurück für später!“

Prof. Dr. Johannes Georg Bischoff

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Prof. Dr. Johannes G. Bischoff ist Steuerberater und geschäftsführender Mehrheitsgesellschafter von Prof. Dr. Bischoff und Partner AG®, Steuerberatungsgesellschaft für Zahnärzte in Köln, Chemnitz und Berlin. Das Unternehmen betreut bundesweit mehr als 1.000 Zahnärzte in steuerlichen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen. Prof. Bischoff lehrt Controlling an der Bergischen Universität Wuppertal und hat mit Studierenden das Steuerungsinstrument PraxisNavigation® entwickelt. Dabei handelt es sich um einen Bericht, der komplexe Fragestellungen der Praxis anhand leicht verständlicher Grafiken abbildet - eine zuverlässige Grundlage für unternehmerische Entscheidungen.

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