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univiva Redaktion
5 min Lesezeit

EKG-Geräte für die Praxis: So gelingt die passende Auswahl

Das EKG ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Untersuchung des Herzens. Die Bandbreite an möglichen Herstellern und Produkten ist groß, was den Kauf des optimalen Produkts für die eigene Arztpraxis oftmals schwierig gestaltet. Vor dem Kauf gilt es, die genauen Anforderungen zu definieren. So sollte z.B. unbedingt auf eine Kompatibilität mit bestehenden Geräten geachtet werden. Hier liegt der Teufel oftmals im Detail. Im folgenden Artikel erhalten Sie eine Übersicht über verschiedene Modelle, Hersteller, Anwendungsbereiche und Preise sowie hilfreiche Tipps zum Kauf des individuell passenden Modells.

Definition und Anwendung von EKG-Geräten

Unter einem Elektrokardiogramm (EKG) versteht man die Aufzeichnung der gesamten elektrischen Aktivität des Herzmuskels bzw. der Herzmuskelfasern. Die Herzaktivität wird dabei über Elektroden gemessen und graphisch in einer Kurvenform dargestellt. EKGs gehören zu den wichtigsten kardiologischen Diagnosemethoden zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit des Herzens im nichtinvasiven Bereich.

Herz- und Gefäßerkrankungen sind heutzutage ein weit verbreitetes Volksleiden und für rund 37% aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Der EKG-Diagnostik kommt dementsprechend ein hoher Stellenwert zu, denn durch die Diagnose eines akuten Herzinfarktes oder von Herzrhythmusstörungen können häufig aufwändige Behandlungen und Krankenhausaufenthalte vermieden oder zumindest verkürzt werden.

Ruhe-, Langzeit- und Belastungs-EKG

Grundsätzlich wird zwischen 3 verschiedenen EKG-Typen unterschieden, welche abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild zum Einsatz kommen:

Ruhe-EKG

Bei einem Ruhe-EKG erfolgt eine temporäre Aufzeichnung der Herzaktivität. Dieses Verfahren ist eine Standardmethode in der stationären als auch in der ambulanten ärztlichen Versorgung. Die Untersuchung wird am liegenden, entspannten Patienten ohne körperliche Belastung durchgeführt. Ein Ruhe EKG findet häufig im Rahmen von Routineuntersuchungen Anwendung. 1

Langzeit-EKG

Bei einem Langzeit-EKG wird der Patient mit einem tragbaren EKG-Gerät ausgestattet, um eine kontinuierliche Aufzeichnung der Herzaktivität über 24h oder zum Teil auch länger zu ermöglichen. Dieses Verfahren dient der Aufdeckung von Herzerkrankungen, die mit unregelmäßigen Symptomen einhergehen wie z.B. Herzrhythmuserkrankungen und somit nicht verlässlich mithilfe eines Ruhe-EKGs erfasst werden können. 2

Belastungs-EKG

Bei einem Belastungs-EKG erfolgt die Messung der Herzaktivität unter Anstrengung, sprich körperlicher Belastung. Der Patient bewegt sich während der Untersuchung auf einem Ergometer oder auf einem Laufband. Einige Krankheitsbilder sind in einem Ruhe-EKG nicht sofort zu erkennen oder zeichnen sich erst unter Belastung ab. Darüber hinaus findet ein Belastungs-EKG im Rahmen einer sportmedizinischen Untersuchung Anwendung. 3

1-Kanal-, 3-Kanal- und 12-Kanal-EKG

EKG-Geräte lassen sich nach der Anzahl der Ableitungen segmentieren. Als Ableitungen werden die Messungen bezeichnet, die sich aus der Erfassung der Herzströme ergeben. Welches Ableitungsverfahren zum Tragen kommt, hängt von der jeweiligen Erkrankung sowie Dauer und Ziel der Untersuchung ab.

1-Kanal-EKG

Das 1-Kanal-EKG verzeichnet lediglich eine Ableitung, was mit einer sehr beschränkten Aussagekraft einhergeht. Daher hat dieses Verfahren bei der kardiologischen Untersuchung in der Regel keine medizinische Relevanz. Der Einsatzbereich beschränkt sich daher auf den häuslichen Bereich und dient der Langzeitüberwachung von Patienten.

3-Kanal-EKG

Das 3-Kanal-EKG registriert drei Ableitungen und wird zumeist im Rettungsdienst oder im Rahmen von Hausbesuchen als tragbares EKG-Gerät verwendet. Zudem finden Sie Verwendung bei 24h-EKG-Messungen. Die Aussagefähigkeit ist auch hier stark begrenzt, was bedeutet, dass Herzrhythmusstörungen (insbesondere Vorhofflimmern und ventrikuläre Extraschläge) mittels 3-Kanal-EKG nicht diagnostiziert werden können.

12-Kanal-EKG

Das 12-Kanal-EKG registriert zwölf Ableitungen gleichzeitig, was mit einer sehr hohen Aussagefähigkeit einhergeht. Es gilt als Goldstandard in der kardiologischen EKG-Diagnostik und findet beim Ruhe- und Belastungs-EKG Einsatz.

Die wichtigsten Hersteller im Überblick

Auf dem Markt ist eine Vielzahl an Herstellern von EKG-Geräten vertreten. Das Portfolio reicht jeweils von Stand-Alone-Lösungen sowie PC-basierten EKGs zur Durchführung von Ruhe-EKGs bis hin zu ganzen Belastungs-EKG Messplätzen. Immer beliebter werden auch WLAN-fähige Geräte, welche eine digitale und schnelle Kommunikation sowie eine unkomplizierte Einbindung in die praxisinternen EDV-Systeme ermöglichen. Welche Vorteile die jeweiligen Systeme mit sich bringen, können Sie weiter unten bei unseren Tipps für den EKG-Kauf nachlesen.

Als führende Produzenten von EKG-Geräten gelten unter anderem:

  • Philips Healthcare
  • Schiller AG
  • Custo Med
  • GE Healthcare

Neben diesen großen Herstellern gibt es aber auch eine Reihe kleinerer Hersteller mit durchaus etablierter Technik. Hersteller, die mit einem besonders großen Produktportfolio punkten, sind zum Beispiel:

  • Aspel
  • Cardioline
  • Edan
  • Labtech Ltd.

Im Bereich der mobilen EKG-Geräte sind namenhafte Hersteller:

  • Beurer
  • Dr. Gerhard Schmidt

Komplexe Belastung-EKG Messplätze bieten Hersteller wie:

  • custo Med
  • AMEDTEC
  • Schiller

Lassen Sie sich bei der Auswahl der passenden Hersteller ausreichend Zeit und definieren Sie vorab klar Ihre Anforderungen. Informieren Sie sich auch bei Kollegen, mit welchen Modellen diese bereits gute Erfahrungen gemacht haben.

Mit diesen Preisen müssen Sie für ein EKG-Gerät rechnen

So vielseitig die verschiedenen Anbieter, so verschiedenen sind auch die Preise für ein EKG-Gerät. Die genauen Kosten hängen maßgeblich vom Einsatzbereich und somit der technischen Ausführung ab. Für Ruhe- und Langzeit-EKGs kann in der Regel mit Anschaffungskosten zwischen 900 und 3.500 Euro gerechnet werden. Mobile Geräte bewegen sich je nach Ausführung zwischen 500 und 5.000 Euro. Belastungs-EKGs sind ab einem Preis von 5.000 Euro erhältlich. Für komplexe Belastungs-EKG Messplätze können Kosten von bis zu 15.000 Euro anfallen.

Neben den reinen Anschaffungskosten müssen bei 6- und 12-Kanal-EKG-Geräten noch Kosten für den Aufbau einkalkuliert werden. Diese liegen je nach Komplexität zwischen 360 und 1.200 Euro. Bei einem Belastungs-EKG Messplatz fallen in der Regel Kosten zwischen 540 und 2.500 Euro an.

Folgende Übersicht gibt Ihnen einen groben Kostenüberblick über neue und gebrauchte EKG-Geräte

Verfahren Preisspanne Neugerät* Preisspanne Gebrauchsgerät* Installationskosten*
Ruhe-EKG 900 – 3.500 € 630 – 2.450 € 360 – 1.200 €
Mobiles Ruhe-EKG 800 – 5.000 € 560 – 3.500 € i.d.R. 0 €
Mobiles Tablet-EKG 1.000 – 2.500 € 700 – 1.750 € i.d.R. 0 €
Langzeit-EKG 1.000 – 3.500 € 700 – 2.450 € i.d.R. 0 €
Belastungs-EKG/ Belastungs-EKG Messplätze 5.000 – 15.000 € 3.500 – 12.500 € 540 – 2.500 €

EKG-Geräte kaufen – so finden Sie das richtige Modell

Bei EKG-Geräten ist es wie bei allen anderen Medizintechnikprodukten auch. Den einen besten Hersteller oder das eine beste Modell gibt es nicht, es kommt vielmehr auf die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Praxis an und in welchem Kontext das EKG-Gerät zum Einsatz kommt. Sie sind also gut beraten, vorab klar zu definieren, welchen Nutzen das EKG-Gerät primär haben soll und welche Anforderungen Sie an dessen Handling, Eigenschaften und Funktionen stellen.

Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, Ihre Anforderungen an das passende EKG-Gerät zu definieren. Zudem zeigen wir Ihnen Aspekte auf, die es vor dem Kauf zu berücksichtigen gibt.

Was ist der primäre Anwendungszweck Ihres EKG-Gerätes?

Je nachdem zu welchem Zweck das EKG-Gerät angeschafft werden soll, entscheiden sich die Modelle teilweise stark voneinander. Die erste Frage, die Sie beantworten müssen, ist demnach, ob Sie in erster Linie ein System für Ruhe-, Langzeit- oder Belastungs-EKGs benötigen.

Entscheidungskriterien bei der Anschaffung eines Ruhe-EKGs

Möchten Sie ausschließlich Ruhe-EKGs durchführen, stehen Ihnen grundsätzlich drei verschiedene Systeme zur Verfügung, deren Eigenschaften Sie nachfolgend finden:

Stand-Alone PC-EKG Mobiles EKG
  • Betrieb unabhängig von einem Endgerät möglich
  • Varianten: Integriertes Display, ausklappbarer Monitor oder Touchscreen-Tablet
  • In der Regel mit einem internen Drucker ausgestattet
  • Geräteabhängige Übertragungsmöglichkeit der EKG-Aufzeichnung an einen Computer
  • Nutzbar in der Praxis, aber auch mobil einsetzbar
  • Verbindung des EKG-Rekorders mit externem PC oder Laptop per Kabel oder Bluetooth
  • Auswertung der EKG-Kurve in Echtzeit auf dem externen Endgerät
  • Umfangreiche Auswertungs-und Speichermöglichkeiten
  • Als Laptop oder Tablet-Format verfügbar
  • Eigenen sich für Hausbesuche
  • Akkubetrieb, aber auch mit Netzanschluss verfügbar
Vorteile:
  • Kompaktes Maß
  • Einfacher Transport
    • Geringes Gewicht
    • Kabelloser Akkubetrieb
  • Keine PC-Konfiguration nötig
Vorteile:
  • Umfassenderer Funktionsumfang
  • Erweiterte Auswertungs- und Analysemöglichkeiten (mittels Software)
  • Hohe Speicherkapazität
Vorteile:
  • Handlich und leicht
  • Schnell einsetzbar
  • Laptopvariante bietet zusätzlich noch die Vorzüge umfangreicher Auswertungsmöglichkeiten

Entscheidungskriterien bei der Anschaffung eines Langzeit-EKGs

Suchen Sie primär ein System für Langzeit-EKGs, sollten Sie vorab festlegen, wie lange eine Langzeit-Messung höchstens dauern wird und dementsprechend auf ausreichende Batterie- und Speicherkapazität achten. In diesen beiden Punkten unterscheiden sich die verschiedenen Modelle stark voneinander.

Einige Hersteller bieten z.B. Modelle, die von vorneherein auf 24h oder 48h ausgelegt sind, so dass ein späteres Upgrade nicht mehr möglich ist und Sie sich bereits beim Kauf festlegen müssen.

Entscheidungskriterien bei der Anschaffung eines Belastungs-EKGs

Planen Sie eine Anschaffung eines Belastungs-EKGs steht vorweg die Frage, ob es sich um eine Fahrrad-Ergometrie oder eine Laufband-Ergometrie handeln soll. Häufig bieten entsprechende Hersteller dann Gesamtsysteme, bestehend aus EKG-Gerät und Ergometer bzw. Laufband an. Hier empfiehlt sich der Kauf eines Komplettsystems, da in diesem Fall eine einwandfreie Kopplung der Geräte gegeben ist.

Grundsätzlich sind mit einem System für ein Belastungs-EKG auch problemlos Ruhe-EKGs möglich. Machen Sie sich vorab mit den weiteren Verwendungsmöglichkeiten des jeweiligen Modells vertraut, um eine unnötige Doppelanschaffung zu vermeiden. Belastungs-EKG-Systeme sind vergleichsweise teuer. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit, verschiedene Modelle und Hersteller zu vergleichen.

Berücksichtigen Sie optionale Erweiterungsmöglichkeiten

Grundsätzlich gibt es speziell ausgelegte Geräte für Ruhe-, Langzeit- und Belastungs-EKGs. Es besteht aber, je nach Modell, die Möglichkeit einer modularen Erweiterung, so dass Sie auch im Nachgang das Behandlungsspektrum erweitern können.

So lassen sich zum Beispiel viele EKG-Geräte für eine Belastungs-Untersuchung oder auch für eine Spirometrie nachrüsten. Hier ist auf jeden Fall auf eine zuverlässige Konnektivität zwischen den verschiedenen Geräten zu achten.

Tipp

Stellen Sie sich vor dem Kauf die Frage, welche EKG Untersuchungen Sie langfristig in Ihrer Praxis anbieten möchten. Darauf aufbauend sollten Sie das potentielle EKG-Gerät auf verfügbare Module und Kosten für eine entsprechende Aufrüstung checken.

Achten Sie auf eine Integrationsmöglichkeiten in Ihre Praxis-EDV

Eine wesentliche Voraussetzung für effiziente Praxisprozesse ist eine reibungslose Anbindung sämtlicher medizinischen Geräte an Ihre Praxissoftware. Stellen Sie also auch für Ihr potentielles EKG-Gerät sicher, ob es über geeignete Schnittstellen verfügt. Zum Datentransfer ist eine entsprechende GDT-Schnittstelle nötig.

Tipp

Informieren Sie sich auch über anfallende Kosten. In der Regel fällt für die Integration in Ihre Software ein Aufpreis an.

Achten Sie auf eine benutzerfreundliche Bedienung

Legen Sie bei dem Kauf Ihres EKG-Geräts Augenmerk auf die Handhabung. So ist ein übersichtlicher und ausreichend großer Bildschirm unerlässlich für eine reibungslose Auswertung. Überlegen Sie sich vorab auch, welche Aspekte Ihnen persönlich besonders wichtig sind. Legen Sie beispielsweise Wert auf eine kabellose Verbindung zu Ihrem PC? Dann achten Sie darauf, dass das Gerät über eine Bluetooth-Verbindung verfügt. Insbesondere im Rahmen eines Belastungs-EKGs stellt das eine komfortable Alternative dar.

Tipp

Erkundigen Sie sich bei dem jeweiligen Hersteller, ob er eine Probestellung anbietet. Live bekommen Sie von dem EKG-Gerät noch einmal einen ganz anderen Eindruck.

Stellen Sie nachträglichen Service sicher

Im Falle eines technischen Schadens sollte eine unverzügliche Reparatur sichergestellt sein, damit der Praxisprozess nicht unnötig unterbrochen wird. Insbesondere in der kardiologischen Versorgung ist das wichtig, da ein EKG hier zur Standarduntersuchung gehört. Machen Sie sich vor dem Kauf mit dem entsprechenden Serviceangebot des Herstellers vertraut.

Tipp

Schließen Sie mit Ihrem Hersteller einen Servicevertrag. Langfristig können Sie so erhebliche Kosten sparen, wenn Sie Ihr EKG-Geräte im Schadensfall nicht neu anschaffen müssen.

Vergleichen Sie verschiedene Hersteller

Wenn Sie Ihre Anforderungen an das EKG-Gerät definiert haben, lässt sich die Auswahl bereits eingrenzen. In diesem Rahmen lohnt es sich aber, die verschiedenen Hersteller und Modelle zu vergleichen. Eine Entscheidung allein auf Basis des Preises ist nicht empfehlenswert. Nehmen Sie sich bei der Anschaffung ausreichend Zeit und prüfen die Modelle auf Leistung, Qualität und Benutzerfreundlichkeit.

Wir helfen Ihnen dabei, in der Vielzahl möglicher Anbieter den Überblick zu behalten. Definieren Sie ganz einfach Ihre Anforderungen und erhalten bis zu 3 passgenaue Empfehlungen.

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